Erfolgsfaktoren

Erkennen und prüfen statt ausblenden und blockieren

Eine anstehende Gebäude- und Heizungssanierung , eine innovative Person mit guten Ideen, eine neue oder geänderte gesetzliche Rahmenbedingung: Ganz unterschiedliche Gründe und Begebenheiten können Anlass sein, sich näher mit der energetischen Relevanz einer Anfrage oder eines Vorhabens auseinanderzusetzen und daraus ein kommunales Energieprojekt zu lancieren. Für kommunale Entscheidungsträger gilt, sich der energiepolitischen Dimension eines Begehrens bewusst zu sein, mit einer offenen Haltung die Möglichkeiten zu erkennen, zu prüfen – und die sich daraus ergebenden Chancen mit einer langfristigen Strategie zu nutzen.    

Sich informieren und beraten lassen

Für den Erfolg eines Energieprojekts ist eine kompetente Erstberatung entscheidend. Anlaufstelle dafür sind insbesondere die kantonalen Energiefachstellen. Dabei können Fragen zu spezifischen Einzelvorhaben, zur kommunalen Energiebuchhaltung, zu Sanierungen von kommunalen Immobilien, zur Versorgungssituation in allen Energiebereichen oder zu möglichen Bereichen, in denen die Gemeinde Einfluss nehmen kann, besprochen und geklärt werden.

Gute Planungsgrundlagen erarbeiten

Fragen zur Dimensionierung einer Anlage, Synergien zu andern Projekten, Fragen der Wirtschaftlichkeit, die Ästhetik, die Qualität der Arbeiten usw. sollten von Anfang an genau geklärt werden. Bau- und Renovationsprojekte bringen oft bedeutende finanzielle Folgen für die Gemeindebudgets mit sich. Es lohnt sich deshalb sehr, ebenfalls einen in der Regel kleinen Teil der Gesamtausgaben für ein Projekt in die Projektierung zu investieren. Somit lassen sich letztlich auch unerwartete Kostenüberschreitungen vermeiden.

Dank Vorbildfunktion eine Dynamik in Gang setzen

Kommunale Projekte im Energiebereich haben eine grosse Ausstrahlung auf andere Akteure. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen tragen diese Entscheide in der Gemeindepolitik mit und orientieren sich in der Folge selber an diesem Vorbild. Fast alle kommunalen Projekte können eine positive Dynamik in Gang setzen. Deshalb ist es wichtig, einmal klein zu starten und das umzusetzen, was möglich, sinnvoll und mittel- und langfristig wirtschaftlich ist.

Zusammenarbeit suchen und vom vorhandenen Know-how profitieren

In jeder Gemeinde gibt es Unternehmen, Landwirte oder Einwohnerinnen und Einwohner, die über viel Know-how im Energiebereich verfügen und bereit sind, beim Entwickeln und/oder Umsetzen von Projekten aktiv mitzuarbeiten. Gemeindevertreter sollen ein offenes Ohr für eine solche Zusammenarbeit haben und motivierte Organisationen und Personen in den Prozess einbeziehen.

Finanzierungsoptionen prüfen und von Unterstützungsgeldern profitieren

Jedes energiepolitische Vorhaben in Gemeinden verlangt nach Ressourcen, nicht zuletzt finanziellen. Doch dürfen finanzielle Überlegungen nicht von vornherein verhindern, dass sich Gemeinden überhaupt mit einem Vorhaben auseinandersetzen. Gemeinden müssen nicht zwingend selber in Vorhaben investieren, es stehen meistens verschiedene Finanzierungsmodelle offen. Zudem kann für viele Projekte von substanziellen Förder- und Subventionsmitteln profitiert werden.

Standort stärken und aktiv kommunizieren

Tue Gutes, sprich darüber und nutze es zu deinem Vorteil. Gemeinden, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik verfolgen und aktiv über ihre Aktivitäten und Projekte im Energiebereich informieren, können ihre Standortattraktivität massgeblich steigern. Sie schaffen sich der Bevölkerung gegenüber nicht nur einen guten Ruf als zukunftsorientierte, fortschrittliche Gemeinde, sondern schärfen darüber hinaus das Bewusstsein ihrer Einwohner für erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Gleichzeitig können sie für Unternehmen zu einem interessanten Standort werden, indem lokale Aufträge vergeben werden und so die wirtschaftliche Dynamik gefördert wird.

Langfristige Strategie erstellen und einen langen Atem haben

Energie wird in den Gemeinden auch in Zukunft rege gebraucht werden. Es lohnt sich deshalb, die kommunale Energiepolitik an langfristigen Zielen auszurichten. Kurzfristige Gewinnmaximierungen bei energetisch relevanten Investitionen sollten für Gemeinden nicht im Vordergrund stehen. Vielmehr gilt es im Energiebereich, vermehrt Überlegungen über den ganzen Lebenszyklus eines Vorhabens zu machen und die volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Investitionen auf die Gemeinden systematisch in die energiepolitischen Entscheide einzubeziehen.